Die Steinbachtalsperre wurde zwischen 1934 und 1936 zur Versorgung der Tuchindustrie gebaut. Nach dem Niedergang der Tuchindustrie lieferte sie bis zur Hochwasserkatastrophe vom 14.07.2021 Brauchwasser für die Landwirtschaft und die regionale Industrie. Gespeist wurde sie von Steinbach und Treuenbach.
Bei dem Unwetter wurde der Damm der Steinbachtalsperre überspült und stark beschädigt. Auch wenn ein Dammbruch abgewendet werden konnte, wurde das Wasser komplett abgelassen und nicht wieder angestaut. Die zufließenden Wassermengen werden derzeit über den Grundablass abgeleitet. Sollte mehr Wasser zufließen, als über das max. Abgabevolumen des Grundablasses abgeleitet werden kann, besteht in der Talsperre noch ein Stauvolumen, das genutzt werden kann, ohne dass eine Gefährdung der Standsicherheit des Dammes eintritt. Eine max. Pegelhöhe (272,50 m üNN) wurde in Absprache zwischen Betreiber und Talsperrenaufsicht der Bezirksregierung Köln sowie Gutachtern festgelegt. Zusätzlich wurde eine sogenannte Scharte als neues Überlaufbauwerk (Rinne) in den Damm eingebracht. Diese soll sicherstellen, dass die neu definierte max. Betriebsstauhöhe nicht überschritten wird und somit keine Gefährdung der Standsicherheit des Dammes gegeben ist. Die technische Dimensionierung der Dammscharte wurde zwischen dem vom Betreiber beauftragten Ingenieurbüro und den Fachleuten der Talsperrenaufsicht der Bezirksregierung Köln sowie deren Gutachter abgestimmt. Alle Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachleuten der Bezirksregierung Köln, Bereich Wasserwirtschaft.
Die Steinbachtalsperre hatte als reiner Brauchwasserspeicher nie eine direkte aktive Funktion für den Hochwasserschutz. Dennoch wurde regelmäßig Stauvolumen als Puffer für Starkregenereignisse zur Verfügung gestellt.
Wie geht es weiter? Der WES möchte die Steinbachtalsperre wieder nutzbar machen. Sie soll mit dem Waldfreibad und einem Rundweg wieder Naherholungsgebiet sein. Auch zukünftig soll sie Brauchwasser und Löschwasser bereitstellen und vor allem in den Hochwasserschutz eingebunden werden. Wir arbeiten an Plänen, wie wir diese Anforderungen in einer zukünftigen Ausgestaltung umsetzen können.